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17.01.2019

Wann und wie nutze ich die multiplen Medienkanäle?

25.12.2018
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Moritz Plohberger, neben seinem Studium arbeitet er beim Hessischen Rundfunk (Börse im Ersten).
Ich nutze Medien mehrfach täglich, an manchen Tagen beinahe permanent. Vor allem mobile Endgeräte ermöglichen mir das. Es ist klar, dass die Nutzung digitaler Medienangebote durch die Einführung von mobilen Computern im Miniformat – sprich Smartphones – nochmals um ein Vielfaches zugenommen hat.
Mit meinem Smartphone habe ich ganz einfach immer und überall Zugang zum Internet, was wiederum als Brücke zwischen leistungsfähigem Endgerät und Mediennutzung in Form von Nachrichtenkonsum, aber auch einer ganzen Reihe digitaler Unterhaltungsangebote dient. 
Die nach wie vor zunehmende Mediennutzungsdauer pro Tag fällt nicht unwesentlich auf Smartphones und Tablets zurück. Das merke ich selbst vor allem an der Vielseitigkeit der Möglichkeiten, die diese Geräte bieten. Sie vereinen ehemalige Printangebote, Radio und Fernsehen. Dieser enorme praktische Mehrwert ist der Grund, wieso ich persönlich bisher kein eigenes Fernsehgerät besaß. 
Mobile Endgeräte haben das Nutzungsverhalten radikal verändert. Das liegt auch an Veränderungen der Nutzungsmotive. Ich sehe es selbst: Handynutzung aus Langeweile oder zum Zeitvertreib ist längst keine Seltenheit mehr. Das funktioniert zwar auch mittels herkömmlicher Printangebote, dazu zählen auch Bücher, allerdings müssen diese vorausschauend mitgeführt werden, wohingegen Smartphones im Normalfall ohnehin mitgeführt werden und so spontan deutlich mehr Möglichkeiten bieten als gedruckte Medienangebote. 
In meinem persönlichen Nutzungsverhalten äußert sich das deutlich: Bis auf meine Finanzen verwalte ich beinahe alles via Smartphone. Neben krossmedialem Medienkonsum tätige ich beispielsweise Einkäufe – mit Ausnahme von Lebensmitteln – beinahe ausschließlich online.
Diese Schilderung erweckt den Eindruck einer gewissen Abhängigkeit zu mobilen Endgeräten. Dem ist nicht so. Bewusst lege ich Pausen ein und nutze digitale Angebote zeitweise weniger. Ehrlicherweise substituiere ich das nicht durch entsprechende „Offline“-Angebote, was dazu führt, dass ich während Pausen insbesondere über tagesaktuelles Geschehen wesentlich schlechter informiert bin.
Denn Printangebote nutze ich nur sehr selektiv. Lange Zeit bezog ich überhaupt keine Informationen aus Printmedien. Durch eine Mitgliedschaft in einer Organisation erhalte ich nun Woche für Woche drei Printmedien, 2 Magazine und eine Wochenzeitung. Ehrlich gesagt reicht mir die Zeit gar nicht, um alles vollständig zu lesen. Meist lese ich den Hauptbericht und suche mir dann weitere heraus, die mich interessieren. Thematisch ist meine Selektion unterschiedlich. Während der Hauptbericht für gewöhnlich ein politisches oder wirtschaftliches Thema behandelt, können weitere für mich interessante Berichte auch völlig andere Themen beinhalten.
Tageszeitungen sind für mich in den meisten Fällen nicht interessant. Die schnell fehlende unmittelbare Aktualität ist als ein Grund zu nennen. Außerdem bedarf es beim Nachrichtenkonsum via Smartphone keines physischen Gegenstandes. Zudem sind Nachrichtenangebote online nach wie vor oft kostenlos. Auch wenn die bei vielen Lesern von Onlinemedien entstandene Gratismentalität für die Branche extrem schädlich ist – der Mensch als Konsument sucht schlicht nach dem günstigsten Angebot. Ein weiterer entscheidender Faktor gegen Printnutzung ist die fehlende Crossmedialität, die es erlaubt, neben gedruckten Berichten auch auf Bewegtbild zuzugreifen.

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