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20.09.2018

440.000 Euro Google-Geld für österreichische Medienprojekte

08.08.2018
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Mit der jüngsten Ausschüttung aus dem Innovationsfonds von Google fließen auch 440.000 Euro an heimische Medienprojekte. Zwei davon befassen sich mit Blockchain-Technologie, eines mit Influencer-Content und eines mit smarter Audio-Werbung. 
Insgesamt lässt Google in der nun schon fünften Runde seines Innovationsfonds über 21 Millionen für 98 Projekte in 28 europäischen Ländern springen. Alles in allem gab es 440.000 Euro für die vier österreichischen Projekte, Großprojekt war diesmal keines dabei.
In der Kategorie „mittlere Projekte“ punktete Russmedia Digital mit dem Vorhaben „The Journalism Currency“ (Journalismus-Währung): Es soll Blockchain-Technologie und „Gamification“ verbinden, um User besser zu erreichen und mehr von ihnen zu lernen.

Per Blockchain gegen Fake News
Die Styria bekommt einen Prototyp gefördert, der sich ebenfalls dem Blockchain-Thema widmet. Das „Styria Blockchain News System“ ergründet das Potenzial der Technologie für Content-Distribution, wobei auch die Verfälschung von Inhalten zu „Fake News“ überwacht werden soll.
Der Medienunternehmer, Journalist und Podcaster („Ganz offen gesagt“) Sebastian Krause reichte erfolgreich ein Konzept für einen „VoiceAd“-Prototyp ein. Er soll das Produzieren und Veröffentlichen von Audio-Werbespots erleichtern. Die Agentur influence.vision schließlich bekommt einen Protoyp für die Verifizierung von Influencer-Content gefördert.

Neue Bilanzzahlen
Der Google DNI (Digital News Initiative) Fund wurde 2015 eingerichtet und mit 150 Millionen Euro dotiert. Ziel ist es, die Entwicklung von Qualitätsjournalismus durch Technologie und Innovationen voranzutreiben. Mit Runde fünf wurden bisher 115,2 Mio. Euro vergeben.
Am Dienstag vorgelegte neue Bilanzzahlen zeigen, dass sich der US-Riese den Innovationsfonds - und die EU-Milliardenstrafe obendrein - noch immer leisten kann: Zwar ging der Überschuss im zweiten Quartal deswegen auf 3,2 Mrd. US-Dollar (2,73 Mrd. Euro) zurück, rund zehn Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Mit 32,66 Mrd. US-Dollar erlöste der Suchmaschinenbetreiber sogar mehr als erwartet, was sich in einem kräftigen Plus für den Aktienkurs niederschlug.

Konkurrenzdruck durch Amazon wächst
Das Unternehmen konnte seinen Umsatz nun seit zwei Jahren in jedem Quartal um mehr als 20 Prozent steigern. Google erwirtschaftet 86 Prozent seines Umsatzes mit Werbung und investiert, um diese Stellung zu behaupten. Google-Chef Sundar Pinchai sagte, Software mit Künstlicher Intelligenz solle dabei helfen, die Platzierung von Anzeigen zu verbessern. Positiv kam bei Analysten an, dass Google erstmals seit drei Jahren weniger Geld an Website-Anbieter zahlen musste, um Verbraucher auf die Seiten seiner Werbekunden zu locken. Das sei „der beeindruckendste Teil“ der Geschäftszahlen, sagte Atlantic Equities-Analyst James Cordwell.
Allerdings steigt die Konkurrenz auf dem Werbemarkt. So versucht Amazon, Google einige der lukrativen Geschäfte mit Medienunternehmen und Werbefirmen abzujagen. Zudem wird immer mehr Werbung auf Smartphones angezeigt. Einige Hersteller wie Apple verlangen Gebühren, damit die Anzeigen auf ihren Geräten und in ihren Apps zu sehen sind.

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