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17.01.2019

5 Trends für den Online-Stellenmarkt 2019

25.12.2018
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Martin Lenz
1. Google mischt den Markt auf 
Bereits im Frühjahr 2017 wurde Google for Jobs angekündigt und dann zuerst in den USA ausgerollt. Der Online-Gigant stellt passende Job-Angebote auf neue Art und Weise in seinen Google-Suchergebnissen dar. Für Jobbörsen, die gelistet werden wollen, bedeutet dies, dass Inserate entsprechend technisch aufbereitet werden müssen. Dafür gibt es ein bestimmtes Schema, nach dem z.B. Job-Titel, Dienstort, das suchende Unternehmen und das Gehalt bereitgestellt werden. Vermutlich wird Google for Jobs Deutschland im Sommer 2019 erreichen. Aber was genau bedeutet das?
In einer Erhebung unter den Jobiqo-Kunden in den USA und Großbritannien seit Juni 2017 konnte bereits beobachtet werden, dass sich die Click-Through-Rate für Google-optimierte Jobinserate deutlich verbessert hat. Das heißt, die Qualität des Traffics, der über Google kommt, ist messbar gestiegen. 
Kurzfristig werden wohl alle Online-Stellenmärkte von Googles Jobsuche profitieren. Langfristig könnte Google den Wettbewerb erhöhen. Es ist zu erwarten, dass v.a. jene Job-Plattformen zukünftig erfolgreich sind, die sich nach Region, Branche oder in einem Nischenthema spezialisieren sowie jene, die ein deutliches Unterscheidungsmerkmal in Zusatzservices rund um die allgemeine Job-Suche anbieten. Es geht also nicht nur um die Darstellung der richtigen Daten, sondern auch um den gesamtheitlichen Mehrwehrt. „Jeder qualifizierte User, den ich auf meine Plattform bekommen kann, ist wertvoll“, so Lenz, „aber wie immer im Online-Geschäft muss ich dann auch alles dafür tun, diesen User langfristig zu halten.“ Gemeinsam mit Google sorgt Jobiqo „für die höchst mögliche Sichtbarkeit der Job-Angebote unserer Kunden im Internet“, so Lenz. Für den Online-Stellenmarkt der Verlage ist die Orientierung an Googles Job-Schema auf jeden Fall bedeutend, „um eine relevante Sichtbarkeit zu erhalten“. 

2. Integriertes Performance-Marketing und Monitoring 
Noch wichtiger wird in Zukunft auch die Frage der Messbarkeit dessen, was im Online-Stellenmarkt funktioniert: die richtige Klassifizierung, der passende Kanal, die Art der Kundenansprache. Aber auch die Transparenz der Plattform bzw. ihrer Funktionalität ist zu berücksichtigen. Um Kunden von der eigenen Jobbörse zu überzeugen sind alle Register zu ziehen, die die Sichtbarkeit im Netz erhöhen. Jene, die es schaffen, kosteneffizient und effektiv neuartige Kanäle zu nutzen, haben einen Wettbewerbsvorteil. „Wir integrieren auf Wunsch für Kunden einen intelligenten Reichweiten-Boost in die Jobbörse-Plattformen, durch den eine messbare Reichweitensteigerung in Clicks und Bewerbungen erzielt werden kann“, so Lenz. Ebenso wichtig sind ein ordentliches Tracking der Conversion-Rates, wie zum Beispiel Bewerbungen, und die Gestaltung des redaktionellen Umfelds.“ Aber dazu später mehr. 

3. Trend zu Nischen-Plattformen
Für den Online-Stellenmarkt im deutschsprachigen Raum wird künftig gelten, was McKinsey bereits vor drei Jahren für den digitalen Werbemarkt in Deutschland (aber auch z.B. in UK und tendenziell in den USA) feststellte. In der Studie „Online classified ads: Digital, dynamic and still evolving” wurde dargelegt, dass Nischen-Märkte („vertical markets“) an Bedeutung gewinnen. Je klarer der Wert ist, den ein User aus einer Plattform zieht, desto attraktiver ist diese für ihn. So wird jemand, der eine Stelle im Pflegebereich sucht, sich eher für eine Plattform wie workinmed.com oder jofodo.de mit einigen hundert einschlägigen Angeboten und relevanten branchenspezifischen Zusatzservices interessieren, als für eine größere Jobbörse mit zehntausenden Stellen, unter denen nur ganz wenige passen. 

4. K.I. und Matching schaffen neue Services
Mit der steigenden Menge an Daten, die User zur Verfügung stellen, werden die Job-Empfehlungen immer stärker personalisiert und die Matching-Technologien laufend verbessert. Durch die Weiterentwicklung der Algorithmen können in Zukunft auch „passive Jobsuchende“ identifiziert werden. Der Trend geht somit in die Richtung neuer Services und Produkte, über die die Künstliche Intelligenz den Personalabteilungen bzw. Headhuntern weite Teile der Such- und Selektionsarbeit abnimmt. Das schafft mehr Freiheit und Zeit dafür, um die wirklich geeignetsten Mitarbeitenden im persönlichen Kontakt auszuwählen. Jobbörsen können diese Technologie in neue, einzigartige Recruiting Services für Ihre Anzeigenkunden verpacken.
Abgelehnte Interessenten wiederum erhalten verlässlich eine Absage bzw. wandern in einen Bewerber-Pool. Und auf diesen wird später, wenn es ähnliche oder für diese Person passendere Stellenausschreibungen gibt, zugegriffen. Man könnte fast meinen: Erst die Automatisierung ermöglicht es (wieder), bei steigenden BewerberInnen-Zahlen individuell auf die Kandidaten einzugehen.  „Diese Entwicklung wird sich verstärken“, sagt Lenz. „Der Mensch wird durch diese Technologien wieder stärker in den Fokus gerückt, da insbesondere sich wiederholende Such- und Verwaltungsaktivitäten beschleunigt werden und dadurch mehr Zeit für das persönliche Gespräch entsteht.“

5. Vertrauen wird (noch) wichtiger 
Bereits auf der World Publishing Expo 2017 in Berlin stellte Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, fest, dass nur noch knapp zwölf Prozent des Anzeigengeschäfts konzernweit im Print-Segment generiert werde. 
Demnach liegt nicht nur die Zukunft, sondern bereits die Vergangenheit im Digitalen – wobei Döpfner zugleich ein Erstarken von Qualitätsmarken aufzeigt: In einer digitalen Welt des Informationsüberflusses und der „Fake News“ werde das Vertrauen der User in die Produzenten und deren Online-Plattformen selbst zum Wettbewerbsvorteil. 
Die traditionellen Verlagshäuser liegen damit gut im Rennen, wenn man ihre zumeist regionale Verankerung, umfassendes Know-how und langjährige Kundenbeziehungen zu Lesern und Inserenten berücksichtigt. Im Digitalbereich geht es nun darum, aus der Stärke der eigenen Marke neue Produkte und Services zu entwickeln – und natürlich zu monetarisieren. 
„Jobiqo unterstützt die Verlage neben der innovativen Jobbörse-Technologie in ihrem Kerngeschäft auch durch ein Content-Service, mit dem der redaktionelle Rahmen des Online-Stellenmarkts aufbereitet wird. Maßgeschneiderte Texte gewährleisten die Op­ti­mierung des Suchmaschinen-Rankings und bringen laufend neue Job-BewerberInnen auf die Plattform“, erklärt Lenz.
Den Content können die Jobbörsen-Betreiber darüber hinaus gewinnbringend an ihre eigenen Kunden vermarkten, welche damit ihr Employer Branding stärken – und so das Interesse der Arbeitssuchenden erwecken und deren Vertrauen gewinnen. Auf diese Weise wird die gesamte Plattform für die User attraktiver und sorgt für eine längere Verweildauer auf den verlagseigenen Karriereportalen sowie steigende Zugriffszahlen: Ein weiteres starkes Verkaufsargument für die Verlagshäuser gegenüber ihren Anzeigenkunden.

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