INFORMATIONEN FÜR DAS TOP-MANAGEMENT DER MEDIEN-INDUSTRIE
04.07.2020

Mut zum Aufbruch! Verlieren gilt nicht!

20.06.2020
Bild vergrößern

Die neue und die alte Welt der Außenwerbung. Links eine digitale Werbefläche von Störer mit seinem News-Portal „t-online.de“ – r
Eine versuchte Standortbestimmung vor, während und nach der Bewältigung der Weltwirtschaftskrise. Gestatten Sie mir einen kurzen Rückblick. Als junger Kapitän von Vienna, dem ältesten österreichischen Fußballverein 1892 gegründet, 1955 europäischer Mitropa-Cup-Sieger, später dann bei Germania, traditionsreichen Wiener Fußballmannschaften, gab es für mich Siege, leider oft auch Niederlagen. Diese Niederlagen haben mich seelisch belastet. Allerdings wenige Stunden nur. Das ein oder andere - mir damals mir von meinem  Verein verbotene anderswärtige Freundschaftsspiele gleich danach - hat meine tieftraurige Laune rasch wieder aufgeheitert. Danach dachte ich schon wieder an das nächste Spiel bei meinem Verein. Allerdings galt für meine Kameraden und mich, immer siegen zu wollen, oder wenigstens mit Würde vom Platz gehen. Zugegeben: Meine Appelle an meine mitkämpfenden Sportskameraden bei 0:3 in der Halbzeit, noch siegen zu wollen, waren kleingeistig. Zumindest - eigentlich immer - haben wir dann meistens nicht mehr „hoch gewonnen“. (Zitat Toni Pfeffer, Ex-Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft). 
Wo stehen wir heute in der internationalen Medienindustrie? Aufgeben? Neu denken? Kreative Mitarbeiter für den Neuaufbruch fördern? Diesen auch Fehler zugestehen und sie dennoch weiter machen lassen? Darum geht es. Nicht Corona hat die Medienwelt verändert.  Die Medienindustrie hat aus sicherer, finanziell sehr solider Basis zugesehen, wie sich neue weltweite Denker  ihres Marktes bedienen. 
Google, Facebook, Twitter, Instagram etc. haben lange  ihre Chancen in all diesen Märkten genutzt. Der jahrzehntelange Erfolg hat die meisten - nicht alle - Zeitungsverlage und Medienhäuser so satt gemacht. Und damit so was von angreifbar, unvorbereitet, wenigstens zu reagieren. Schon vor Corona befand sich die Medienindustrie und damit auch die Lieferindustrie in einem Wandlungsprozess. Ich vermisse die Ideen für die Zukunft vor allem bei den Zeitungsverlagen.  Die Digitalisierung ist eine Chance. Print muss dabei allerdings begleitend als analoger Markenführer neue Wege gehen. Das Nordische Zeitungsformat als Broadsheet lesen nur Fans der gedruckten Zeitung wie ich. Wer soll dieses so wertvolle Printprodukt in diesem Format esen? In der U-Bahn, S-Bahn, vielleicht wieder irgendwann im Flugzeug wieder möglich. Weil genug Platz mangels Passagieren da ist?.  Auch bei meiner seit 32 Jahren als Senator/Frequent Traveller sehr verbundenen Lufthansa. Das „Handelsblatt“ hat nicht nur in der Formatwahl für das Tabloid-Format die richtige Entscheidung getroffen. Die Reduktion auf maximal 20 wichtige Themen pro Tag mit vorbildlicher Content-Tiefe hat diese Transformation inklusive der digitalen Angebote eine Erfolgsgeschichte kreiert. Der ehemalige Handelsblatt-Chefredakteur und Pioneer-Initiator Gabor Steingart geht ja heute mit MediaPioneer neue Wege der Vermarktung von qualitativem Journalismus. Digital - ohne Werbung-Erlöse ansprechen zu wollen. Ein mutiger Weg. 
Die Frage bleibt offen, wer ist heute im täglichen MedienTsunami bereit, einen fairen Preis für wertvoll recherierte Inhalte im Internet zu bezahlen? Ob die Bekämpfung der Pandemie mehr Schaden anrichtet als die Pandemie selbst, wird die sehr nahe Zukunft weisen. Wieviel Rettung der Wirtschaft können wir - also der vom Steuerzahler finanzierte Staat - uns leisten? 
In jedem Fall bedarf es des Mutes der Vorwärtsdenker. 
Momentan gilt bei leider so Vielen das Prinzip des Abwartens, des Sich-Tot-Stellens. In der Hoffnung, dass dieses Verhalten erfolgreich sein könnte. 
Eine trügerische Hoffnung. 
Verlieren, Aufgeben? Niemals.  Gestern, heute und morgen nicht. Es steht zur Pause 0:1.  Auf geht es! Dieses Spiel drehen wir gemeinsam. 
Ihr Karl Malik

» drucken
« zurück

Medienunternehmen weltweit schließen sich für KI-Projekt zusammen

20.06.2020
Bild vergrößern

Was kann Machine Learning für den Journalismus leisten? Eine Initiative soll bis November Antworten liefern Foto: NicoElNino - F
21 Medienunternehmen haben sich zum JournalismAI Collab zusammengeschlossen, um zu erforschen, wie sich künstliche Intelligenz für den Journalismus nutzen lässt. Aus Deutschland sind Axel Springer, 
Der Spiegel, der Bayerische Rundfunk und Deutsche Welle dabei. Auch Medienunternehmen aus Großbritannien, Frankreich, den USA, Italien, Spanien, Belgien, Finnland, Norwegen, Indien, Argentinien und Hong Kong sind dabei. 
Über einen Zeitraum von sechs Monaten hinweg wollen die Unternehmen das Potenzial von künstlicher Intelligenz und Machine Learning für den Journalismus ergründen und Lösungen entwickeln. Im November 2020 sollen diese dann öffentlich präsentiert werden.
Initiiert wurde das Projekt von Polis, dem Media Think Tank der London School of Economics and Political Science. Das Projekt wird von der Google News Initiative gefördert. 

» drucken
« zurück

Christoph Rüth soll Zeitungschef werden – als Nachfolger von Ove Saffe

20.06.2020
Bild vergrößern

Christoph Rüth, bisher COO bei Madsack, soll im kommenden Jahr Zeitungsgeschäftsführer bei Funke werden
Es ist vollbracht – fast: Die Funke Mediengruppe hat offenbar einen Nachfolger für ihren quasi seit über neun Monaten scheidenden Geschäftsführer Ove Saffe gefunden. Nach HORIZONT-Informationen soll der bisherige Madsack-COO Christoph Rüth den Job übernehmen. Allerdings wohl erst 2021. Dann wird Funke beim Angang der schon vor der Coronakrise drängenden Probleme im Zeitungsgeschäft weit über ein Jahr verloren haben. Zuzuschreiben haben sich das (und das bizarre Spiel um Saffes Ablösung) wohl vor allem die Gesellschaftervertreter im Aufsichtsrat. 
Ein Verlagssprecher antwortete auf eine entsprechende Anfrage zu Saffes Nachfolge: „Ich bitte um Verständnis, dass wir uns zu diesem Themenkomplex zurzeit nicht äußern.“ Ähnlich äußert sich auf erneute Nachfrage die neue Funke-Sprecherin Jasmin Fischer. Dabei ist dem Vernehmen nach nur noch offen, wann genau Rüth im kommenden Jahr in Essen antritt – angeblich spätestens im April, heißt es in Funke-Kreisen. Rüth teilt auf Anfrage mit, er könne die Information nicht bestätigen.
Rückblick: Mitte September 2019 wurde es durch eine HORIZONT-Meldung bekannt: Ove Saffe, damals erst seit gut einem Jahr Geschäftsführer der Funke Mediengruppe und dort für alle Zeitungen verantwortlich, sollte laut einem angeblich einstimmigen Aufsichtsratsbeschluss baldmöglichst abgesetzt werden. Eine offizielle Stellungnahme war aus dem Gremium damals nicht zu erhalten, ein Funke-Sprecher hatte sich „zu Personalspekulationen grundsätzlich nicht äußern“ wollen. Und zugleich von Julia Becker, der Vorsitzenden des Aufsichtsrates, ausrichten lassen, Funke werde „auf jeden Fall den Vertrag von Herrn Saffe erfüllen“.


» drucken
« zurück

Corona-Krise ist für digitale journalistische Nachrichtenangebote eine riesige Chance

20.06.2020

Die Folgen der Corona-Pandemie sind für digitale journalistische Nachrichtenangebote „vielleicht der historisch goldene Moment überhaupt“, glaubt Dr. Mathias Döpfner, Präsident Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) sowie Vorstandsvorsitzender Axel Springer. Die Notwendigkeit, sich auf eine Nachrichtenquelle verlassen zu können, und die Sehnsucht nach wahrhaftiger Information seien viel größer geworden. „Auf dem Höhepunkt der Angst vor dem Virus war es schon praktisch, Journalismus digital konsumieren zu können“, erklärte Döpfner in einem Interview via Messenger bei der BDZV-Digitalkonferenz beBETA – journalism in progress am 27. Mai, die in diesem Jahr Corona-bedingt virtuell stattfinden musste. 

Der BDZV-Präsident weiter: Die digitalen Zeitungsangebote seien „buchstäblich durch die Decke gegangen“. Immer mehr Menschen seien obendrein bereit, für digitalen Journalismus zu bezahlen. Und doch, warnte Döpfner, dürfe man die Corona-Krise nicht verklären. Sie werde fürchterliche Folgen haben für die Wirtschaft und die Bevölkerung. „Aber aus der Perspektive digitaler Medienmacher gesehen, ist die Krise eine riesige Chance.“  

Bei aller Begeisterung für den digitalen Schub in die Branche machte der BDZV-Präsident zugleich klar, dass die Zeitungsunternehmen wirtschaftlich vor großen Herausforderungen stehen. So setzten die Corona-bedingten Anzeigenverluste die Häuser unter „massiven Druck“. Ein Ende des Werbegeschäfts als Erlösmodell für Verlage wollte Döpfner gleichwohl ausdrücklich nicht proklamieren. Vielmehr sieht er „die Ära, in der man glaubte, dass Qualitätsjournalismus nur durch Werbeerlöse finanziert werden kann, endgültig zu Ende“ 

gegangen.  

Dieses Geschäft machten heute im Wesentlichen, so Döpfner, die digitalen Plattformen, mit denen sich die Verleger ja auch „in sehr lebhaftem Austausch“ über die Herstellung eines „fairen Ökosystems“ befänden: „Dass es nicht auf der einen Seite die Dummen gibt, die für teuer Geld Inhalte erstellen, und auf der anderen Seite die Smarten, die sie kostenlos nehmen und sehr erfolgreich vermarkten.“ Vorbei sei das Erlösmodell „Advertising only“, resümierte der BDZV-Präsident. „Die große Zukunft liegt in Paid Content und Digital Subscription, weil immer mehr Menschen realisieren, wie wichtig vertrauensvolle, der Wahrheit verpflichtete Absenderschaft ist – und wie gerne man auch dafür Geld auszugeben bereit ist.“


» drucken
« zurück
© PreMedia Newsletter Nachrichten - PreMedia Newsletter, Informationen für die Medien-Industrie