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18.06.2019

Deutsche Post kann Rekordpreis-Erhöhung durchsetzen

16.05.2019
Das ist mal ein prächtiges Ostergeschenk für die Deutsche Post: Der Bonner Briefriese darf sein Porto ab dem Sommer auf ganz neue Höhen schrauben. Verbraucher müssen sich darauf einstellen, dass ein Standardbrief bald 90 Cent kosten wird.
Am Donnerstag hat die Bundesnetzagentur den Weg für die größte Portoerhöhung in der Geschichte der Post endgültig freigemacht. Damit steht jetzt fest, dass die Post ihre Briefsendungen im Durchschnitt aller Produkte – also inklusive zum Beispiel Postkarte, Einschreiben oder Maxibrief – um 10,63 Prozent verteuern darf. Erfahrungsgemäß konzentriert die Post den Erhöhungsspielraum aber auf den besonders wichtigen Standardbrief, der bisher 70 Cent kostet.
Mit ihrer Entscheidung setzt die Netzagentur Vorgaben der Politik um. Sie will dem zu gut 20 Prozent immer noch staatlichen Konzern höhere Einnahmen zuschanzen. Ursprünglich hatte die Regulierungsbehörde der Post nur eine Preissteigerung um 4,8 Prozent zugestanden, was knapp ausgereicht hätte, um das Standardporto auf 80 Cent hochzuschrauben.
Post unter Druck
Das war der Post nicht genug. Der Konzern steht unter Druck, weil ihm die Kosten im Paketgeschäft davon laufen. Um seine Gewinnziele trotzdem zu erreichen, setzt er deshalb auf kräftig steigende Erlöse aus dem Briefgeschäft. Mit der Warnung vor weiteren Stellenstreichungen und Sparprogrammen rief Vorstandschef Frank Appel die Bundesregierung um Hilfe.
Die kam auch prompt: Das Wirtschaftsministerium änderte eine Verordnung, an die sich die Netzagentur bei der Berechnung der zulässigen Preiserhöhungen halten muss. Im Kern läuft die Neuregelung darauf hinaus, dass sich die Regulierungsbehörde nun an den Gewinnen anderer, besonders ertragreicher europäischer Postgesellschaften zu orientieren hat. Und nach diesem Maßstab rechnend kommt sie nun gezwungenermaßen auf sehr viel höhere Werte. „Es liegt auch im Interesse der Post, jetzt für Verbesserungen bei der Qualität der Zustellung zu sorgen“, mahnte Netzagentur-Präsident Jochen Homann. Denn die Verbraucherbeschwerden darüber haben sich in den vergangenen zwei Jahren jeweils etwa verdoppelt.
Wie Homann sagte, hat die Netzagentur in ihrem Beschluss auch die Ankündigung der Post berücksichtigt, bis zu 5000 neue Zusteller einzustellen. „Die Ankündigungen werden wir überwachen“. Außerdem habe sie der Post eine etwas höhere Erhöhungsrate als Ausgleich dafür eingeräumt, dass das Porto ursprünglich schon zu Beginn des Jahres steigen sollte. 
Preiserhöhung für die Kleinen
Im nächsten Schritt muss die Post entscheiden, wie sie den Spielraum verteilt und dann einen Antrag an die Netzagentur stellen. Das allerdings ist nur noch Formsache. Die Post hat es jetzt weitestgehend selbst in der Hand, wie sie das Porto gestaltet. „Der Durchschnittswert reicht gut für 90 Cent beim Standardbrief“, sagte ein Branchenkenner. Der Preisrahmen der Bundesnetzagentur gilt vom 1. Juli dieses Jahres bis Ende 2021. 
Die Frage ist nun, ob die Post ihn sofort vollständig ausschöpfen wird oder das Porto in mehreren Stufen steigen wird. Für letztere Variante spricht eine Ansage aus dem Bundeswirtschaftsministerium: Ein Sprecher hatte nach der Änderung der Porto-Verordnung versichert, dass der Preis für den Standardbrief „in diesem Jahr“ nicht auf 90 Cent steigen werde. Ob sich die Post daran gebunden fühlt, wird man in einigen Wochen sehen. Welche Portoerhöhung die Post anstrebt, wissen wir erst, wenn sie einen konkreten Entgeltantrag stellt“, sagte Homann.
Fest steht bereits, dass die Preiserhöhung zunächst nur Privatleute, Handwerker und andere kleine Unternehmen treffen wird. Die kommen an der Post nicht vorbei: Auch mehr als ein Jahrzehnt nach der offiziellen Abschaffung ihres Briefmonopols gibt es in diesem Segment praktisch keinen Wettbewerb.
Anders sieht es bei den lukrativen Geschäftskunden aus, die bereits auf alternative Briefdienste wie Postcon oder PIN Mail zurückgreifen können: Für sie sollen die Preise bis zum Jahresende konstant bleiben. Dazu will die Post die Rabatte, die sie Massenversendern wie Versicherungen, Banken, Telekommunikationsunternehmen und Behörden gewährt, entsprechend anheben. Unter dem Strich bliebe für die großen Geschäftskunden, auf die mehr als die Hälfte des gesamten Briefversandes entfällt, dadurch erst einmal alles beim Alten.

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Dynamik des weltweiten Druckmarktes – die Digitalisierung bringt den Bogenoffsetdruck auf neues Produktivitätsniveau

16.05.2019
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Die Speedmaster XL 106 erreicht Spitzenwerte von 90 Millionen Bogen in einem Jahr durch Push to Stop.
Digitalisierung, Transformation, Big Data, Industrie 4.0 – nur einige Schlagworte, die derzeit die Diskussionen beherrschen. Und mittendrin die Druckindustrie. Die Auflagen gehen zurück, die Anzahl der Einzeljobs steigt, Rohstoffe werden teurer und die Margen befinden sich weiter unter Druck. Schon seit Jahren befindet sich die Branche in dieser Zwickmühle aus Preisdruck und steigenden Kosten und einem daraus resultierenden permanenten Wandel. Und jetzt auch noch Smart Print Shop und Print 4.0? Ist das für die Betriebe überhaupt noch zu bewältigen? Ohne Zweifel, ja! Gerade weil sich die Branche in den letzten Jahrzehnten permanent weiterentwickeln musste, weil die Prozesse standardisiert und die Abläufe weitestgehend automatisiert wurden, ist sie heute bestens gerüstet für die nunmehr anstehende „digitale Transformation“. 
Unter dem Motto „Heidelberg goes digital“ sieht sich die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) als Gesamtsystemanbieter von Maschinen, Verbrauchsmaterialien, Software sowie Services als der aktive Gestalter und Vorreiter bei der Digitalisierung der Branche. Wichtigster Baustein auf dem Weg dorthin ist die intelligente Nutzung von Daten, die Heidelberg durch die digitale Anbindung und Vernetzung von Produktionsanlagen nutzbar macht. Über eine digitale Plattform – den Heidelberg Assistant – erhält der Kunde direkten Zugang zu Produktions- und Auftragsdaten, Dienstleistungen und Informationen, die Heidelberg für den erfolgreichen Betrieb der Druckerei zur Verfügung stellt.
Aus dem umfangreichen Datenpool lassen sich wichtige Informationen für eine faktenbasierte und zielgerichtete Kundenberatung ableiten. Heidelberg bietet sowohl Bogenoffsetdruck und Digitaldrucklösungen inklusive Vorstufe und Weiterverarbeitung an – perfekte Voraussetzung für eine optimale Kundenberatung. In den meisten Fällen führt das nicht zu einem „entweder oder“, sondern zu einer Kombination aus beiden Technologien, die über den gemeinsamen Workflow Prinect gesteuert werden. 
Betrachtet man die Dynamik der Märkte und die Entwicklung des weltweiten Druckproduktionsvolumens (PPV), so ist Heidelberg führend im Bogenoffsetdruck und wächst im Digitaldruck. „Das im Offsetdruck produzierte Volumen bleibt in Summe stabil. Das ist die gute Nachricht. Die Ungünstige ist, dass die Branche immer produktiver wird,“ erklärt Rainer Wolf, Leiter Produktmanagement Bogenoffset bei Heidelberg. „Das führt zu zwei zentralen Herausforderungen. Die erste: Wie sorge ich dafür, dass genügend Aufträge generiert werden. Die andere: Wie nutze ich die Möglichkeiten der Digitalisierung um auf der Kostenseite wettbewerbsfähig zu bleiben? Dies gilt sowohl für die großen Druckereien, und auch kleinere Betriebe können sich dem nicht entziehen.“ 
Autonomes Drucken wird Realität
Die Effektivität in der Produktion ist bei vielen Betrieben ausbaufähig, wie eine von Heidelberg durchgeführte Markterhebung 2016 gezeigt hat. Danach lag die Overall Equipment Effectiveness (OEE), also die Gesamtanlageneffektivität, bei Druckmaschinen im Kundenbetrieb im Schnitt unter 25 Prozent. Zwar sind die Druckmaschinen mit jeder neuen Generation durch Automation immer schneller geworden, doch die tatsächlich erreichte Produktivität ist sehr stark von der innerbetrieblichen Organisation und dem Bediener abhängig. Betrachtet man die Performance-Champions, so stellt man fest, dass ein OEE von über 50 Prozent in der Praxis erreichbar ist – eine Verdopplung also. Ein solches Beispiel ist die tschechische Zeitschriften-Druckerei Triangl, die im letzten Jahr eine Speedmaster XL 106-Achtfarben mit dem Rollenquerschneider CutStar und Wendung installierte. Diese Maschine produzierte als Rekord 330.000 Bogen an einem Tag und übertraf damit den bisherigen Rekord von 250.000 Bogen an einer vier Jahren älteren Speedmaster gleich um über 30 Prozent. Das entspricht einem OEE von über 75 Prozent an diesem Tag. Über das Jahr gerechnet erreicht die Maschine immerhin noch einen OEE von 55 Prozent. Eine Druckerei die heute bei OEE 25 Prozent steht und der es gelingt, die Produktivität Jahr für Jahr um 5 Prozent zu steigern, bräuchte über fünfzehn Jahre, um auf dieses Durchschnittsniveau zu kommen – das ist zu lange. Die Digitalisierung in Kombination mit automatisierten Prozessen kann hier als Beschleuniger wirken. Allerdings nur dann, wenn die Bereitschaft besteht die Herangehensweise komplett zu verändern.
Zur drupa 2016 hat Heidelberg deshalb mit dem Konzept „Push to Stop“ einen Paradigmenwechsel in der industriellen Druckproduktion mit Bogenoffsetmaschinen eingeleitet und ein klares Zielbild entwickelt. Wurden bislang Prozesse aktiv durch den Bediener geplant, gestartet und abgearbeitet, übernimmt dies in Zukunft die Maschine selbst. Der Bediener unterbricht die autonom ablaufende Prozesskette nur noch bei Bedarf. Die Basis für die Vernetzung aller kaufmännischen und technischen Abläufe einer Druckerei bildet dabei der Heidelberg Workflow Prinect. Mit Prinect lässt sich der „Smart Print Shop“ samt „Push to Stop“ zum navigierten und bis hin zum autonomen Drucken umsetzen. So lesen Assistenzsysteme die Daten aus dem Workflow aus und entlasten den Bediener, indem sie Aufgaben selbstständig organisieren und erledigen. Allen voran Intellistart 2. Diese Software im Maschinenleitstand Press Center XL 2 ermittelt die optimale Umrüstsequenz. Vergleichbar mit einem Navigationssystem im Auto, lotst sie den Bediener auf kürzestem Weg von einem OK-Bogen zum nächsten. Zusätzlich initiiert Intellistart 2 alle Rüstvorgänge und weist darauf hin, wann welche manuellen Tätigkeiten erforderlich sind. 
Anhand einer OEE-Analyse über 2.000 vergleichbare Speedmaster Maschinen zeigt sich das Potenzial dieses Konzeptes. „Wir gehen davon aus, dass sich die Produktivität der Branche im Zeitraum 2016 bis 2026 verdoppeln wird. Das bedeutet nicht, dass alle Druckereien dann 90 Millionen Bogen schaffen, wie das die Vorreiter heute schon erreichen. Aber auch wer heute fünf Millionen Bogen schafft, wird in zehn Jahren 10 Millionen schaffen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Es muss sich also jeder mit diesem Thema auseinandersetzen,“ erklärt Rainer Wolf. „Mit Push to Stop haben wir ein Konzept entwickelt, das die Automatisierung der gesamten Druckerei zum Ziel hat und ganz gezielt manuelle Touchpoints eliminiert. Hier macht sich bezahlt, dass wir mit Prinect einzigartige Softwarekompetenzen im eigenen Haus haben.“ 
Neue digitale Geschäftsmodelle
Nicht jede Druckerei sieht sich im Stande diese dramatische Produktivitätssteigerung aus eigener Kraft in der erforderlichen Zeit zu stemmen. Heidelberg bietet hierfür verschieden abgestufte Lösungsangebote bis hin zu Subskriptionsverträgen an, bei denen der Kunde nicht mehr für die Maschine, sondern für deren erfolgreichen Betrieb bezahlt. „Ein Novum in der Branche und nicht zu vergleichen mit der im Digitaldruck gebräuchlichen Click Charge,“ beschreibt Rainer Wolf „Die Besonderheit liegt darin, dass wir ausgehend vom aktuell produzierten Druckvolumen mit dem Kunden einen Optimierungsplan erstellen und darauf basierend ein Leistungsversprechen eingehen, das bei diesem Druckvolumen zu einer vertraglich festgeschriebenen Einsparung führt.“  Die Vereinbarung besteht aus einem Gesamtpaket aus Maschine, Verbrauchsmaterialien, Service und Workflow. Der Kunde hat dadurch Planungssicherheit bei den Kosten und kann sich besser darauf konzentrieren, wie er am Markt agiert, um Aufträge zu generieren. „Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass wir mit diesem nutzenorientierten Subskriptionsmodell in Verbindung mit dem Smart Print Shop den Nerv der Branche getroffen haben, denn der Kunde und wir als Lieferant haben beide dieselben Interessen – nämlich reibungslose, schlanke Produktion auf einem wettbewerbsfähigen Niveau, das aus eigener Kraft kaum zu erreichen ist“, erklärt Rainer Wolf. 
So zieht Robert Dembinski, Geschäftsführer von Lensing Druck in Dortmund und Subskriptionskunde der ersten Stunde Bilanz: „Nach vier Monaten Erfahrungen mit Subskription können wir sagen: die Entscheidung war richtig. Bereits nach dieser kurzen Zeit konnten wir die Gesamteffizienz unserer Maschinen deutlich steigern und liegen bereits jetzt mit dem Produktionsvolumen mehr als 20 Prozent über der mit Heidelberg vertraglich vereinbarten Zielmarke.“ Besonders bei der Abwicklung von kleineren Auflagen ist die Druckerei wesentlich effizienter als in der Vergangenheit. „Auch in unserem Betrieb steigt die Zahl der Aufträge bei gleichzeitig sinkender Auflagenhöhe. Daher macht sich bei der Profitabilität eine Optimierung bei der Abwicklung von Kleinauflagen besonders bemerkbar“, so Dembinski.

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Jeder Auftrag eine neue Herausforderung

16.05.2019
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Das Druck-und Logistikzentrum des Mittelrhein-Verlags liegt günstig an der A 48/A61 am Kreuz Koblenz. | Foto: Jens Weber
Wenn am Montag um 13.30 Uhr beim Mittelrhein-Verlag in Koblenz die Druckmaschine für die Anzeigenblattproduktion anläuft, dann ist zuvor in der Weiterverarbeitung die Planung schon auf Hochtouren gelaufen. Wie viele Beilagen hat welche Ausgabe? Welche Beilagen sind für welche Route vorgesehen? Welche Formate und Gewichte haben die Werbemittel und wann werden sie angeliefert? 
Diese ganzen Parameter fließen vor Produktionsbeginn im Optimizer „Produktionsplanung“ von Ferag zusammen. Der Optimizer übernimmt als Bestandteil der Steuerungssoftware Navigator beim Mittelrhein-Verlag die Organisation und Optimierung der Beilagenkommissionierung auf den beiden brandneuen EasySert-Linien, die in Koblenz seit Ende 2017 produzieren. Das System organisiert, welche Ausgaben und welche Routen nacheinander am besten abgearbeitet werden, optimiert die Beilagenverteilung auf die insgesamt 36 Anleger, so dass Stopps und aufwendiges Umrüsten sich auf ein Minimum reduzieren. Das System liefert dabei einen bereits recht ausgeklügelten Ablauf, der lediglich anschließend vom Maschinenführer noch auf die spezifischen Besonderheiten der jeweiligen Produktion hin feinjustiert wird. 
Wenn die EasySert-Einstecktrommel das Herz des Systems ist, dann sind Optimizer und Navigator das Gehirn einer jeden Produktion, das immer wieder neu den effizientesten Ablauf errechnet. Denn jede Produktion ist, wie der technische Leiter Thomas Köhns sagt, „eine neue Herausforderung“. Man weiß vorher nie genau, was kommt. „Wir lernen jeden Tag dazu, seit Ende 2017 die neuen EasySert-Linien in Betrieb genommen wurden.“
Höhere Anforderungen im Anzeigenblattbereich
Die beiden neuen EasySert-Einstecklinien des Schweizer Herstellers Ferag gehören zu einem zweiten großen Investitionspaket, das der Koblenzer Mittelrhein-Verlag innerhalb von sieben Jahren geschnürt hat. Erst 2012 hat das Verlagshaus ein neues Druckhaus bezogen – mit zwei Koenig & Bauer-Druckmaschinen Commander CT 6/2 und zwei MultiSertDrum-Linien mit neun beziehungsweise sechs Anlegern, ebenfalls aus dem Hause Ferag. Investitionssumme 42 Millionen Euro. In einer Zeit, in der im Zeitungsbereich die Auflagen eher sinken als steigen, darf man das durchaus als progressiven Schritt werten, der sich aber definitiv als Schritt in die Richtige Richtung erwiesen hat. Denn nun laufen hier täglich – außer sonntags – zum einen die Rhein-Zeitung mit einer täglichen Auflage von rund 162.000 Exemplaren sowie seit 2016 auch der Bonner Generalanzeiger mit rund 64.000 Exemplaren. 45.000 Zeitungen pro Stunde können gedruckt und verarbeitet werden. 
Zusätzlich zu den Tageszeitungen hat sich im Verlag das Geschäft mit Anzeigenblättern sehr gut entwickelt, wie Thomas Köhns berichtet. So kam zu den hauseigenen Wochenblättern noch ein weiteres, ebenfalls aus dem Bonner Raum hinzu, zudem wachsen die Verbreitungsgebiete der kostenlos verteilten Blätter stetig. Auch das Beilagenaufkommen pro Ausgabe wuchs – in einen Bereich, der sich mit der Anlegerkapazität der beiden schnelllaufenden MSD-Linien nicht optimal abbilden ließ. Auch für die beiden Druckmaschinen war somit nach nur fünf Jahren die Kapazitätsgrenze erreicht – und neue Investitionen standen an. 
2017 kam eine dritte Druckmaschine, ebenfalls eine Commander CT von Koenig & Bauer, hinzu sowie eine weitere Halle für die Beilagenkommissionierung und Logistik der Anzeigenblätter mit den beiden identischen EasySert-Linien. Ein kleiner Rekord: Mit jeweils 36 Anlegern sowie einer zusätzlichen Abwickelstation sind dies die größten Linien ihrer Art im ganz Deutschland. „Die EasySert-Anlagen sind natürlich keine solchen Schnellläufer wie die MSD-Linien“, erklärt Thomas Köhns, „dafür bieten sie uns die größtmögliche Flexibilität für unser Beilagenaufkommen.“ 45.000 Exemplare pro Stunde schafft die MultiSertDrum, während die EasySert mit maximal 30.000 Takten pro Stunde läuft – und bei der Menge und der Vielfalt der angelieferten Beilagen bedeutet das einen enormen Durchsatz. 
Insofern werden die MSD-Linien jetzt ausschließlich für die Tageszeitungsverarbeitung genutzt, während die Anzeigenblattproduktion in der Wochenmitte sowie am Wochenende komplett über die beiden EasySert-Linien läuft. „Mit einer Erweiterung unseres Verbreitungsgebiets und einer Steigerung der Auflage um 20 Prozent bei unseren eigenen Produkten bewegen wir uns künftig bei einer 50-Stunden-Produktion“, berichtet Köhns. „Da läuft die EasySert Nonstop.“ Bis zu einer Milliarde Beilagen jährlich sollen so in Zukunft verarbeitet werden. Etwa 1,5 Millionen Anzeigenblätter können so pro Woche produziert werden. 
Und hier spielt die Größe der beiden Ferag-Einstecklinien ihre Vorteile aus: Nicht nur lassen sich sehr viele Beilagenobjekte in einem Produktionsgang einstecken, die Anlage ist auch so konzipiert, dass bei laufendem Betrieb bereits die Folgeproduktion vorgerüstet werden kann. Auf diese Weise kann ohne harten Stopp weiterproduziert werden. Ein definitiver Vorteil bei den engen Zeitfenstern, die zwischen der Anlieferung der Beilagen und der Auslieferung der fertig kommissionierten Ausgaben zur Verfügung stehen. Darüber hinaus dient das System der Qualitätskontrolle: Fehlende Beilagen werden erkannt und unvollständige Produkte automatisch der Nachbearbeitung zugeführt. Die fertigen Produkte laufen anschließend in eine der fünf Verpackungsgruppen, wo sie zu Paketen gebündelt und – komplett mit Deckblatt und Barcode – schließlich der Auslieferung zugeführt 
werden. 
Zu etwa 50 Prozent sind die EasySerts derzeit ausgelastet – das Potenzial für weiteres Wachstum ist somit vorhanden. Allerdings, so schränkt Thomas Köhns ein, sei eine Hundertprozent-Auslastung aus Gründen der Produktionssicherheit auch gar nicht möglich. „Wir betreiben einen hohen Aufwand für Reinigung und präventive Wartung angeht, um die permanente Verfügbarkeit der Produktionssysteme zu gewährleisten. Auf diese permanente Verfügbarkeit ist das Zeitungshaus angewiesen – mit ein Grund, weshalb man sich bei der Erweiterungsinvestition erneut für Systeme aus dem Hause Ferag entschieden hat: hohe Zuverlässigkeit, hohe Verfügbarkeit und Schweizer Präzision. Köhns, der 2017 seine Tätigkeit beim MRV aufgenommen hat, lobt nicht nur die intelligente und präzise arbeitende Technik, sondern auch das professionelle Projektmanagement durch Ferag. Die komplette Installation sei gewissermaßen mit Schweizer Gründlichkeit erfolgt, berichtet Köhns. „Ferag hat die einzelnen Schritte fast stundengenau geplant – und diesen Zeitplan dann auch perfekt 
eingehalten.“

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SÜDWEST PRESSE setzt auf E-Paper Lösung von InterRed

16.05.2019
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Thomas Brackvogel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Neue Pressegesellschaft. Foto: SWP

Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm führt als erstes Unternehmen der Neue Pressegesellschaft mbh & Co. KG (NPG) die neu entwickelte E-Paper Lösung von InterRed ein. Damit werden, vollautomatisiert und ohne Mehraufwand, digitale Ausgaben der Tageszeitung für die Website-, sowie als Smartphone- und Tablet-App generiert. Durch integrierte Funktionen wie die Anreicherung mit Multimediainhalten oder den innovativen Lesemodus bietet die InterRed-Lösung weit mehr als übliche E-Paper-Konzepte. Die anderen Unternehmen der Verlagsgruppe (u. a. die Märkische Oderzeitung und die Lausitzer Rundschau) werden diesen Standard in den nächsten Monaten gleichfalls einführen.

E-Paper Lösung als iOS- und Android-App

Die NPG-Gruppe setzt bereits seit langem auf die Multi Channel Publishing Lösung von InterRed. Sowohl die digitalen Kanäle, als auch die gedruckten Ausgaben werden mit dem vollständig browserbasierten Redaktionssystem erstellt. Der Erstellungsprozess - vom Empfang einer Meldung von Mitarbeitern oder Agenturen über das Anlegen eines Beitrags, das Layout bis hin zur Publikation der Inhalte in unterschiedliche Medienkanäle - wurde jetzt um ein weiteres Ausgabemedium erweitert.

Mit der Smartphone- und Tablet-App (für iOS und Android) von InterRed erhalten die Leserinnen und Leser nun bereits am Vorabend die Ausgabe des nächsten Tages als digitale E-Paper Variante. Dazu zählen auch die unterschiedlichen Regionalausgaben und Varianten. Einen hohen Mehrwert bietet hierbei der innovative Lesemodus: Während gewöhnliche E-Paper lediglich eine digitale 1:1 Kopie der gedruckten Ausgabe darstellen, können Nutzer hier jeden Artikel mit einem „Touch“ in einem für digitale Geräte optimierten Lesemodus öffnen. Dabei können Inhalte mit Videos, Bildergalerien oder anderen Medien angereichert werden. All diese Möglichkeiten bietet auch das Web E-Paper.

Responsives Web E-Paper für Integration in Website

Optimiert für die Darstellung auf unterschiedlichsten Devices (Desktop-Rechner, Notebooks, Tablets, Smartphones), lassen sich die digitalen E-Paper Inhalte auch im responsiven Design per Browser darstellen. Mit zusätzlichen Medien angereicherte Artikel, auswählbare Lokalausgaben oder individuell anpassbare Schriftgrößen sind auch im Web E-Paper verfügbar. Zudem können auch Prospekte, Beilagen und Sonderveröffentlichungen im PDF-Format hochgeladen und Ausgaben zugeordnet werden.  Die Onlinevariante des E-Papers ist eine autonome Web-Anwendung, die sich optisch und funktional nahtlos in den bestehenden Webauftritt integrieren lässt. 

Der gesamte Prozess der E-Paper Generierung, inklusive des innovativen Lesemodus, erfolgt vollautomatisiert und ohne Mehraufwand innerhalb des InterRed Redaktionssystems. Somit werden keine Schnittstellen oder Exporte benötigt. Darüber hinaus entstehen keine weiteren Kosten pro Ausgabe oder für einzelne Regionalvarianten.


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