INFORMATIONEN FÜR DAS TOP-MANAGEMENT DER MEDIEN-INDUSTRIE
17.01.2019

Digitalisierung – was kommt danach?

25.12.2018
Bild vergrößern

Wenn um Digitalisierung diskutiert wird, sind so viele Schreckgespenster an Bord. Nicht nur im Internet,  auch analog offline. Die Furcht vor Veränderungen ist dabei größer, als die Erkennung von Chancen, die diese neue Technologie bieten kann. Das furchterregende Szenario zwischen Algorithmen und Robotern lähmt die Gedanken, wie die Gesellschaft, die Medienindustrie als  Vorreiter mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz, Automatisierung und Robotik zu besseren Lösungen verhelfen kann. e-Paper steht für derzeit etwa 8,5% des Gesamtverkaufs von Tageszeitungen in Deutschland, dem größten Medienmarkt mit 351 täglich erscheinenden Tageszeitungen innerhalb der Europäischen Union, exemplarisch am Prüfstand. Das ist auf den ersten Blick betrachtet noch wenig, doch darf deren Ausbau zur Reichweiten-Kompetenz nicht unterschätzt werden. 44% der Deutschen lesen mindestens einmal pro Woche die Digital-Ausgabe einer Zeitung. Das Reichweiten-Wachstum der Zeitungsmedien wird von Digital getrieben. Roboter, die die Sprechstunde abhalten und Prüfungen, bei denen die Studierenden das Internet nutzen dürfen: Die Digitalisierung stellt unter anderem auch an deutschen Hochschulen so Einiges auf den Kopf. Und das gibt auch Hoffnung für die Zukunft unabhängiger Zeitungsmedien. Was sollte so falsch daran sein, dass Algorithmen und Deep Learning nicht nur einen wichtigen, sondern  einen Großteil unserer Routine-Aufgaben übernehmen sollen? Das schafft Platz für neue kreative Freiräume in den jeweiligen Branchen, von denen die zahlenden Kunden des Medienangebotes profitieren können. Auch für die Redaktionen werden diese Entwicklungen für eine spürbare Entlastung von den täglichen Routineaufgaben gehören. 
Pablo Picasso hat 1946 gesagt: Computer sind nutzlos. Sie könnten nur Antworten geben. 
Er hat damit das aufziehende Computer-Zeitalter maßlos unterschätzt. Doch er hat doch den vielleicht wichtigsten Aspekt schon früh erkannt, was den Menschen von der hochintegierten elekronischen Maschine unterscheidet:
Fragen zu stellen. 
Warum ist das so? 
Kann das nicht auch anders sein?
Gerade jetzt, heute und morgen, müssen wir uns Fragen über die Zukunft stellen: Wie wollen wir unsere Zukunft demokratisch gestalten?
Welche geprüften, verlässlichen Informationsquellen stehen uns dabei zur Verfügung? 

Geprüfte Inhalte von den Zeitungsmedien
Dabei spielen wirtschaftlich unabhängige freie Zeitungsmedien eine sehr wichtige Rolle.
Der klassische Zeitungsabsatz ist weiter in den hochentwickelten Zeitungsmärkten Europas – wohl auf hohem Niveau befindlich -  weiter rückläufig. 
Im dritten Quartal 2018 schrieben sich viele Trends im Zeitungsmarkt fort. Der Gesamtverkauf laut IVW-gemeldeten Tages-und Wochenzeitungen ging auf durchschnittlich rund 17,3 Mio Exemplare pro Ausgabe zurück. Das entspricht einem Minus von etwa 4% gegenüber dem Vorjahresquartal. 
Auch bei den nationalen und regionalen Titeln ist das tägliche Realität. Allerdings gelingt es vor allem regionalen Titeln immer regelmäßiger, die Verluste in Print durch digitale Angebote auszugleichen. Die gedruckte Zeitung, E-Paper, Apps, Websites, Audioangebote, E-Commerce – die Aufgaben des Zeitungsvertriebs  sind komplex wie niemals zuvor. Digitale Medien und veränderte Nutzungsgewohnheiten erfordern neues Denken und neue Wege sowohl bei der Produktentwicklung wie auch in der Kundenansprache. Fest steht: Die Bedeutung der Vertriebserlöse ist und bleibt das zentrale Geschäftsfeld. Frische Konzepte in Vertriebsmarketing und Kundenbindung, innovative Produkte und Abo-Angebote sowie Best Practice stehen im Mittelpunkt der unternehmerischen Ziele.

 „Wir stehen in der Pflicht, die Zukunft mitzugestalten“
Die Aufgabe der Hochschulen in Zeiten der Digitalisierung sei einerseits, eine zeitgemäße Lehre anzubieten, sagte der Vizepräsident Lehre an der technischen Universität Hamburg-Harburg, Sönke Knutzen, kürzlich im Deutschland-Funk. Gleichzeitig müssten die Hochschulen die Zukunft selber mitgestalten. Digitalisierung sei ein wichtiges Element der Zukunft. 
Die digitale Ausgabe ist ein fester Bestandteil im Produktportfolio von Zeitungsverlagen geworden. Eine aktuelle Analyse von DNV veröffentlichte Analyse von 50 ausgewählten Abo-Shops deutscher Zeitungen weist aus, dass 70% ein reines e-Paper-Abo und 54% ein Kombi-Angebot aus e-Paper eingeschränktem Website-Zugang (Paid Content) anbieten. 84 Prozent haben zudem ein Bundle-Angebot aus e-Paper und Endgerät im Portfolio.

Digitiale Zeitungen gewinnen an Akzeptanz
Die Unternehmensberatung Deloitte hat 2000 Medienkonsumenten im Alter zwischen 14 und 65 Jahren zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. 44% Prozent gaben dabei an, mindestens einmal pro Woche die Digital-Ausgabe einer Zeitung zu lesen. Mit Ausnahme der 14- bis 18-Jährigen stieg die dabei die digitale e-Paper-Mediennutzung über alle Altersgruppen an. Am höchsten war er in den Alerssegmenten der 25-34-Jährigen und der 35-44-Jährigen, mit bis zu einem 60%-igen Nutzeranteil.

Die Zeit – Eine multimediale Erfolgsgeschichte
Die Zeit“ – als hochkarätige Wochenzeitung für lesende Eliten - eine Erfolgs-Story. 
Was machen diese besonderen Hamburger so viel besser? 
Mit 90.000 verkauften e-Paper-Exemplaren pro Ausgabe stehen die Digital-Verkäufe  für bereits 15% der Abo-Auflage und  knapp 20% des Gesamtverkaufs. 
Dabei gilt es auch, die besondere Wachstumskurve von „Die Zeit“ seit 2015  zu betrachten. Seit 2015 liegt der Zuwachs an verkauften e-Paper-Exemplaren über 30 Prozent jährlich. 
Einen Schub dazu hatte es im März 2017 durch die Einführung eines Bezahlmodells für die digitalen Inhalte gegeben. Danach wurden von Quartal zu Quartal bis zu 9.700 e-Paper-Abonnenten dazugewonnen.
Qualität der Inhalte und ein überzeugendes Marketing, Medienkonsumenten davon zu überzeugen, dass Inhalte wertvoll und damit bezahlt sein müssen.

Das Abonnement wird immer wichtiger
Die verkauften e-Paper-Auflagen erreichen zur Zeit 1,4 Mio und sind im Vergleich zum Vorjahreswert von +17% Zuwachs Wachstums- und Reichweiten-Treiber der Tageszeitungen.
Das ist ein positives  Signal, das die Zeitungsmedien dringendst benötigen, da die Verkaufszahlen der meisten Tages- und Wochenzeitungen dem Negativ-Trend der letzten Jahre folgen. 

Zeitungsabsatz insgesamt weiter rückläufig
Im dritten Quartal 2018 ging der Gesamtverkauf der 329 IVW-gemeldeten Tages und Wochenzeitungen auf rund 17,3 Mio. Exemplare pro Ausgabe zurück. 
Besonders hart getroffen hat es dabei den Einzelverkauf (-11,7% auf 3,2 Mio.  Exemplare. Der Abo-Verkauf hat dabei deutlich besser abgeschnitten (-3,3 % auf 12,6 Mio. Exemplare. So gilt es festzuhalten, dass das Abonnement das führende Vertriebsmodell bleibt und 73% des Absatzes im deutschen Zeitungsmarkt bekleidet.
Der Einzelverkauf steht bei Deutschlands Zeitungen im Durchschnitt nur noch für 18,5% der verkauften Auflagen.

BILD, BILD am Sonntag und Die Welt verlieren massiv
BILD und BILD am Sonntag verlieren 2stellig im Einzelverkauf im Vergleich zum Vorjahreswert, ebenso die Verkaufsentwicklung nach harter Auflage (Einzelverkauf    + Abonnement). Auch die nationale Qualitätszeitung Die Welt ist vom Absatzrückgang 2stellig betroffen. Die Verluste beim Abonnement mit 9% wiegen dabei schwer, da das Abonnement rund 43% der Gesamtauflage bedient.
Die Welt hat mit dieser Delle beim Abonnement den höchsten Rückgang aller nationalen Tageszeitungen zu verkraften.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung legt mit +14% beim Digitalverkauf zu
Bei der FAS steigen die e-Paper-Abonnements konstant an; zur Zeit um 14%. So konnten Rückgänge im Printgeschäft teilweise kompensiert werden.
Das Handelsblatt zeigt ebenfalls eine stabile Entwicklung, sowohl im Gesamtverkauf als auch bei der harten Auflage. Auch hier ist das e-Paper Wachstumstreiber. Dabei waren die Abo-Zahlen der digitalen Ausgabe das 2. Quartal in Folge höher als jene der Print-Ausgabe.
Allerdings gingen die Abo-Zahlen des e-Papers im Vergleich zum Vorjahresquartal erstmals seit 2015 wieder leicht zurück. Gegenüber dem Vorjahres-Vergleichszeitraum stiegen diese dennoch um 22%.
Mit professionellen und geprüften Inhalten kann die Zeitung das Gelingen der Digitalisierung nicht nur proaktiv begleiten, sondern kreativ gestalten. 
-karma-

» drucken
« zurück
© PreMedia Newsletter Digitalisierung – was kommt danach? - Home - PreMedia Newsletter, Informationen für die Medien-Industrie