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23.06.2024

Multimedia-Medienhäuser – Quo vadis?

21.05.2024
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Künstliche Intelligenz schafft viel - nur keine Wahrheit.
Im größten Medienmarkt der EU – Deutschland – verursachen politische verordnete Kostensteigerungen (Mindestlohn-Steigerungen vor allem bei der Zustellung der gedruckten Zeitung, weltweit höchste Energiepreise, sehr hohe Papierkosten) zu gravierenden Ergebniseinbrüchen bei den Zeitungs-Medienhäusern. 
Nunmehr zyklisch fast wöchentliche Streiks beeinflussen das Ansehen der internationalen Klientel negativ für den Standort Deutschland.
Die Medienhäuser bleiben davon nicht unberührt. 
Im Gegenteil.
Die gedruckte Zeitung wird im derzeitigen Erlösmodell der meisten Zeitungsverlage noch über viele Jahre  - mindestens bis 2030 gebraucht werden, um  im digitalen Medienumfeld der Haifischbecken überleben zu können. Rein digitale Erlösmodelle können das unter der überbordenden Vielfalt der elektronischen Medien – meist gratis über viele Kanäle – nicht möglich machen. 
Weltweit gibt es dabei große Unterschiede. Während in den USA die „New York Times“ bereits die 10-Millionen-Marke an Digital-Abonnenten erreicht hat, hinken hier die hochentwickelten Medienmärkte Europas mit  digitalen Erlösen  von durchschnittlich 10% bis 27% hinterher. Dabei ist die Erlösqualität der digitalen Medienangebote  durchschnittlich bis zu 50% geringer als die bestehenden Print-Erlöse. Ausnahmen bilden hier die Länder Skandinaviens. Dies hat allerdings auch vertriebsbedingte Gründe im Bezug der Bevölkerungsdichte in Bezug auf die Größe der Vertriebsgebiete, die mit west- und mitteleuropäischen Bedingungen nicht vergleichbar sind. 
Die gedruckte Zeitung befindet sich in der täglichen Wahrnehmung deutlich spürbar auf dem Rückzug. Dramatisch hoch gestiegene Einkaufspreise beim Papier, Vertriebskosten, immer weniger Möglichkeiten, die gedruckte Zeitung außerhalb eines Abonnements zu kaufen, tun das Übrige. Eine gedruckte Zeitung zu den nunmehr stolzen Preisen außerhalb des Abonnements kaufen zu können, ist ja beinahe schon ein täglicher Glücksfall.
Als Vielflieger – Bordexemplare gibt es ja selbst am Flughafen Frankfurt nicht mehr. Außer in der Business-Lounge der Lufthansa.
Wenigstens dort.
Weltweite politische Krisen und eine stagnierende Weltwirtschaft prägen auch die Medienlandschaft. 
Die gedruckte Zeitung als weiterhin benötigter Markenführer mutlos schleichend aufzugeben,  könnte sich als folgenschwerer Fehler erweisen. Für viele Menschen bedeutet die gedruckte Zeitung in ihrer Haptik einen Wert, den sie nicht missen möchten.
Das Printgeschäft ist mit Einzelvertrieb und Abo einem beschleunigten Wandel ausgesetzt. Die zunehmend bedeutsamen Vertriebswege des offenen und des Plattforminternets mit ihren differenzierten Anforderungen an stationäre und mobile Endgeräte existieren überhaupt nur in permanenter Veränderung. Künstliche Intelligenz kommt als derzeit noch kaum berechenbare Herausforderung mit Chancen aber auch Risiken der Quelldaten-Kontrolle hinzu. 
Medienunternehmen bietet sich die Chance, durch ein fokussiertes Angebot über Digital und Print die Werte freier Demokratien fair und kritisch zu begleiten. Dazu  auch gleichzeitig die wirtschaftliche Existenz der unabhängig und wirtschaftlich frei agieren könnenden Tageszeitung langfristig zu sichern. Die derzeitigen  Krisen in nahezu allen Weltteilen  benötigt die offensive, kritische Begleitung durch die freie Tageszeitung, zumindest dort, wo es in einer freien Demokratie möglich ist.
Kontrollierter Einsatz von Künstlicher Intelligenz
Künstliche Intelligenz spielt eine entscheidende Rolle für die Zeitungs-Medienhäuser.  Für die Tageszeitungen und  Nachrichtenportale bietet eine kontrollierte und rasche Einführung von Künstlicher Intelligenz eine große Chance.
Es wird die Wissensarbeit ähnlich verändern wie die industrielle Revolution im 18. Jahrhundert, in der die manuelle Arbeit von Menschen schrittweise von Maschinen ersetzt wurde.
Eine Einführung, die klare Regeln bedarf und zwingend voraussetzt, z.B. Kennzeichnungspflicht von mit K.I-generierten Beiträgen und vor allem auch Fotos.
Sonst ist das das vorläufige Ende von Qualitätsjournalismus und kreativem Fotojournalismus.
Nach wie vor gilt: „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.“ 
Ein gefälschtes, manipuliertes Bild allerdings auch. Nur -  es sind gefälschte Fotos und oftmals Worte mit bedenklichen Inhalten.
Moralische Grenzen sollte es weiter geben.
Darüber gilt es nicht nur nachzudenken, sondern konsequent zu handeln. 
Social Media Traffic
Nach wie vor profitieren viele Mediahäuser von Social Media Traffic. 
Manche prominente Trendforscher sehen den Wert und das Wachstum von Social Media mittlerweile kritisch. 
Wenn das Medienhaus starke Communities rund um das eigene Medienangebot aufbauen kann, wird es unabhängiger von marktdominierenden weltweiten Medien-Plattformen werden. 
Einige Medienhäuser haben das verstanden und verkaufen mittlerweile statt Premiuminhalten den Zugang zur eigenen exklusiven Community.
Die Lieferindustrie der klassischen Medien zieht sich zurück
Es mag neuen Strukturen nach der Conrona-Krise mit Home-Office zugeordnet werden. Die führenden Unternehmen der grafischen Lieferindustrie ziehen sich – wohl abwartend bis auftragsbedingt resignierend – zurück.
Auch durch vermutlich neue Home-Office-Organisationen kaum erreichbar.
Ein Rückzugsgefecht, das deutliche Spuren aufweist. 
Leider keine fortführenden.
Diese Unternehmen in Deutschland als Land der bislang weltweit geltenden besten Entwickler, der Schweiz als großartige Ingenieurs-Nation tätigen führenden Unternehmen verhalten sich zurückhaltend.
So wertvolle Partner über Jahrzehnte haben den Mut verloren noch in das eigene, wertvolle Geschäftsmodell zu glauben.
Nachvollziehbar – aber nicht änderbar.
Wo die Reise hingeht – Quo vadis? -karma-

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